Kiliani-Volksfest wird langsam barrierefrei
Traditionelle Volksfeste, wie das Kiliani in Würzburg, gehörten nicht zu den ersten, die Barrierefreiheit auf der Agenda hatten. Nachdem ich das Thema im Stadtrat angesprochen hatte, gab es ein Gespräch auch zusammen mit dem Behindertenbeauftragten und nun direkt vor der Eröffnung eine Begehung. Resultat: Es gibt Fortschritte, insbesondere bei Fahrgeschäften für Kinder. Dennoch bleibt noch einiges zu tun bis Barrierefreiheit zum Standard auch bei Volksfesten wird.
Bei der Begehung mit Herrn Waibel vom städtischen Ordnungsamt und Herrn Distel vom Verband der Schausteller zeigte sich, dass das Kiliani an einigen Stellen besser barrierefrei zu nutzen ist. Ein Geldautomat ist erstmals zu bedienen, während die Jahre davor noch ein Podest die Nutzung etwa für Rollstuhlfahrer verhinderte. Ich hatte hier nur einen kleinen Kritikpunkt, nämlich die Ausrichtung nach Süden, wodurch der Bildschirm tagsüber nicht blendfrei und schlecht zu lesen ist.
Bei den Fahrgeschäften scheint es so zu sein, dass man bei neueren nun mehr auf Barrierefreiheit achtet. Beispiel: Das “Black Hole”, eine neue Achterbahn. Die Kasse ist gut zu erreichen, der Start der Achterbahn über eine ausreichend flache Rampe ebenso. Wenn man die Achterbahn nutzen will, muss man dort übersetzen und den Rollstuhl stehen lassen. Nach der Fahrt muss man allerdings wieder zum Startpunkt, denn der Ausgang hat leider zwei Stufen, aber der Rollstuhl steht dann ja eh am Start, also finde ich diesen Kompromiss noch hinnehmbar, wenn auch nicht optimal.
Herr Distel ist auch der Inhaber eines Auto Scooters. Dieser soll durch eine Rampe demnächst barrierefrei erschlossen werden. Außerdem ist geplant einen der Scooter auf eine Art Handgas umzurüsten. Alle Umrüstungen von Fahrgeschäften müssen vom TÜV genehmigt werden, bevor sie in Betrieb gehen können.
Bei vielen Verkaufsgeschäften befindet sich ein Podest oder eine Art Matte davor. Solange diese nicht höher als drei Zentimeter sind, ist dagegen nichts einzuwenden. Bei einigen Ständen sind die Podeste jedoch deutlich höher. Solange die Theke am Stand nicht übermäßig hoch ist, sollte auf diese Podeste am besten ganz verzichtet werden.
Mit Toiletten augestattet ist die ganze Talavera nicht gerade üppig. Die einzige fest installierte Behindertentoilette befindet sich auf dem Gelände des Talavera Schlößle. Bei den großen Restaurationsangeboten, beim Festzelt oder beim Stadlwirt ist eine zusätzliche Behindertentoilette notwendig – dies schon nach dem aktuellen Gaststättenrecht.
Nach Beendigung des Rundgangs war ich auch noch kurz beim nachfolgenden Presserundgang dabei. Ich betonte die Wichtigkeit Barrierefreiheit auch auf Volksfesten herzustellen, schon allein wegen der vielen Kinder. Die Presse machte dann noch ein Foto mit mir am “Black Hole”, gefahren bin ich mit der Achterbahn aber nicht.
Verfasst: 07. Juli 2009 unter Barrierefreiheit, Behindertenpolitik, Stadtrat Würzburg, Würzburg.
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Kommentar von Michael Gerr
Uhrzeit: 17. Juli 2009, 11:05
Beitrag dazu von Patrick Wötzel: http://www.woetzel-online.info/index.php?op=ViewArticle&articleId=960&blogId=1

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