Schiffsanlegestelle barrierefrei planen
Zwei Anträge stelle ich aktuell im Stadtrat für mehr Barrierefreiheit in Würzburg. In einem Antrag geht es darum den seit 5 Jahren bestehenden “Arbeitskreis barrierefreies Bauen der Stadt Würzburg” stärker in Planungen und in die Stadtratsarbeit mit einzubeziehen. Der zweite Antrag fordert die Verwaltung auf Planungen für eine barrierefrei erweiterte Schiffsanlegestelle vorzulegen.
Antrag: Stellungnahmen Arbeitskreis Barrierefreies Bauen der Stadt Würzburg
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
auch namens der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stelle ich folgenden Antrag:
Vor Beschlüssen zu Planungen, welche die Belange behinderter Menschen betreffen, werden Stellungnahmen des Arbeitskreises Barrierefreies Bauen der Stadt Würzburg den Stadtrats- bzw. Ausschussmitgliedern zur Kenntnis gegeben, möglichst als Anlage in den entsprechenden Beschlussvorlagen.
Begründung:
Der „Arbeitskreis Barrierefreies Bauen der Stadt Würzburg“ hat das Anliegen an mich herangetragen, Stellung zu Bauplanungen beziehen zu dürfen. Dieser Arbeitskreis trifft sich seit etwa 5 Jahren monatlich und befasst sich zum Teil intensiv mit Bauplanungen und deren barrierefreier Umsetzung. Neben der Kompetenz und Erfahrung betroffener Menschen wie Senioren und Menschen mit Behinderung wird in diesem Gremium auch die Fachsicht der Bayerischen Architektenkammer eingebracht (zur Zeit Herr Armin Kraus). Die gute Arbeit des Arbeitskreises kann antragsgemäß noch besser in die Beschlüsse der Stadt einfließen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Gerr
Antrag Planungen barrierefreie Schiffsanlegestelle
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
auch namens der Stadtratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stelle ich den Antrag:
Die Verwaltung untersucht die Schiffsanlegestelle am Alten Kranen hinsichtlich der Möglichkeiten diese barrierefrei zu erweitern, damit insbesondere mobilitätseingeschränkte Menschen (Eltern mit Kleinkindern, Senioren, behinderte Menschen) die Schiffsanlegestelle gleichwertig nutzen können.
Dem Stadtrat sollen unterschiedliche Varianten bzw. denkbare Bauabschnitte vorgelegt werden, z. B. unter Einbeziehung des geplanten Uferweges Richtung Kulturspeicher.
Begründung und Vorschläge zur baulichen Ausführung:
Die Schiffsanlegestelle am Alten Kranen wurde zuletzt im Zuge des Hochwasserschutzausbaus saniert. Bei diesen Investitionen wurde aber nicht ausreichend auf Barrierefreiheit geachtet. Die bestehenden Steintreppen, die hinunter zu den Schiffen führen, bringen schon aufgrund ihrer Länge und Steilheit eine sehr unkomfortable Situation mit sich, mit zum Teil unüberwindbaren Erschwernissen.
Die Bedeutung des Schiffsverkehrs an der Anlegestelle liegt im touristischen Bereich und im Bereich der Naherholung auch für Familien. Moderner Tourismus und Naherholung brauchen niederschwellige und barrierefreie Angebote, die zu erhöhter Attraktivität Würzburgs beitragen.
Andere Städte am Wasser führen vor, wie man Schiffsanlegestellen auch mit mehreren Schiffsplätzen barrierefrei zugänglich machen kann. Eine mögliche und gute Lösung dafür ist eine insgesamt schwimmende Anlegestelle, ein so genannter „schwimmender Steiger“, bei dem die einzelnen Haltepunkte miteinander verbunden sind: eine große schwimmende Plattform oder einzelne Schwimmer, die durch Stege verbunden sind. Es reicht dann aus, die schwimmende Anlegestelle an einer Stelle barrierefrei zu erreichen, um alle Haltepunkte zu bedienen. Der Höhenunterschied von der Uferpromenade zum Schwimmer könnte beispielsweise durch eine zentrale Rampenkonstruktion oder durch eine seitliche Rampenführung überwunden werden.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Gerr
Verfasst: 07. Juli 2009 unter Anträge, Barrierefreiheit, Stadtrat Würzburg.
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Pingback von Blog Michael Gerr » Behindert Landesrecht Barrierefreiheit?
Uhrzeit: 8. Dezember 2009, 20:59
[...] geprüft werden darf, so die Position der Stadtverwaltung. Aus diesen Gründen wurde auch mein Antrag zu Stellungnahmen des Arbeitskreises Barrierefreies Bauen der Stadt Würzburg in wichtigen Punkten abgelehnt. Er wurde ausschließlich für Sonderbauten befürwortet, also bei [...]

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