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Von Teneriffa Richtung Aschewolke

Michael Gerr auf TeneriffaWährend ich diese Zeilen schreibe stehe ich auf Abruf bereit für einen Flieger von Teneriffa, wo ich meinen Urlaub verbrachte, zurück nach Deutschland. Nachdem es zunächst schwierig war überhaupt eine Ansprechpartnerin beim Reiseveranstalter zu finden, könnte es jetzt schnell gehen, womöglich nach Linz und dann weiter mit der Bahn. Ich warte derzeit noch im Hotel, nach Regen heute früh, ist es jetzt wieder warm und sonnig, es wäre aber noch schöner genaueres zu wissen.

Da ich mich im Urlaub möglichst ganz vom Alltagsleben zuhause abschotte, keine deutsche Zeitungslektüre, kein Fernsehen, kein Facebook, bekam ich die Nachricht über den Vulkanausbruch und die Folgen für den Flugverkehr erst durch Mitreisende mit. Ich nahm das gelassen auf, denn es Skulptur an der Costa Adejegehört zu den Dingen, die man eh nicht ändern kann. Meinen Heimflug am Sonntag, den 18. hake ich (zurecht) schnell ab. Doch das Thema Fliegen ist jetzt unter allen Gästen Thema Nr. 1, Gerüchte sind am köcheln. Es wird erzählt, vor dem 26. April gehe gar nichts. Ein Paar hat bei Air Berlin gleich mal für 1. Mai umgebucht. Insgeheim grinsen musste ich dann aber beim Fernsehen in der Hotelbibliothek doch über den konsequent inkonsequenten deutschen Verkehrsminister, der sich gern als Durchsetzer von Ordnung und Sicherheit gibt und dann Ausnahmen zulässt. Man fragt sich hier, ist es nun sicher oder nicht? Als Passagier kann man nur hoffen, dass man in Deutschland und Europa die Prioritäten richtig setzt und nicht Wirtschaft vor die Sicherheit der Menschen setzt.

Eine Flugreise mag man ja als ungrün oder politisch inkorrekt für einen aktiven Grünenpolitiker auf Kommunalebene ansehen. Das Klima auf den Kanaren allein ist jedoch Grund genug für mich die nötige Erholung hier zu suchen, die habe ich auch gefunden. Die Insel Teneriffa ist jedoch auch für vorwärtsweisende Politik durchaus interessant.

Fotovoltaikpanels vor Hotel Beispiel Energiepolitik: Es gibt hier mit die größten Wind- und Fotovoltaikparks. Verwunderlich ist das nicht, sind die Kanaren mit Sonne und Wind nun wirklich gut ausgestattet. Auch die kanarische Touristikpresse hat das Thema als Standortfaktor entdeckt. Einer Zeitung ist zu entnehmen, dass man hier das Ziel hat in Kürze 50 Prozent der Energie durch Erneuerbare Energien abzudecken. Freilich gibt es noch viel Potenzial. Auf zwei Hotels entdecke ich Fotovoltaikpanels, das könnten deutlich mehr sein. Es wäre also ein leichtes die 100 Prozent Erneuerbaren in wenigen Jahren umzusetzen. An den Strandpromenaden hat man immerhin begonnen die Polizeimotorräder als E-Motorräder zu verwenden, äußerlich unterscheiden sie sich nicht, es fehlt nur der Auspuff. Natürlich ist der Tourismus insgesamt mit Belastungen für die Umwelt verbunden. Was das Fliegen anbelangt, steht man technisch schon heute kurz vor dem Durchbruch: Schon mit den heutigen Batterie- und Speichertechniken könnte man ein Flugzeug ohne Kerosin auf Mittelstrecken bis zu 4.000 Kilometern schicken. Da menschliches Verhalten praktisch generell Belastungen nach sich zieht, muss es vor allem darum gehen Konsumangebote möglichst belastungsfrei zu machen. Ein halbwegs umweltverträglicher Urlaub ist möglich. Man kann dennoch das seine dazu tun, nicht so oft so weit etwa. Ich habe als erstes den Kühlschrank in meinem Apartment ausgeschaltet, da ich ihn nicht nutzte.

Schild an Promenade: Sackgasse für RollstuhlnutzerBeispiel Barrierefreiheit: Zumindest in den touristisch geprägten Gebieten ist man hier auf den Kanarischen Inseln weit: Behinderte Menschen werden als Kunden angesehen. Es gibt weitläufige barrierefreie Promenaden, auch auf den Strand kommt man auf ausrollbaren Holzstege. Wer trotz Handicap ins Meer möchte, kann sich mit Hilfe von Wasserrollstühlen ins salzige Nass schieben lassen. Am Strand verteilt sind auch Behindertentoiletten, die mit dem Euro-Schlüssel benutzt werden können. Eine große Anzahl an Geschäften und Restaurants sind zumindest barrierefrei zugänglich. Verschiedene Modelle elektrischer Scooter werden offensichtlich auch von Menschen genutzt, die noch laufen können. Es gibt spezielle Behindertentaxis ebenso wie Busse mit elektrisch ausfahrbarer Rampe. Und schließlich gibt es im Informationsbüro viele nützliche Hinweise auf den Infomaterialien und eine DVD ala barrierefreier Reiseführer.

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