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WüSL-Aktion zum Europäischen Protesttag

WüSL-Mitglieder mit Transparenten zum Europäischen ProtesttagAm Unteren Markt in Würzburg hielt ich zusammen mit anderen WüSL-Mitglieder eine Mahnwache zum Europäischen Protesttag mit Transparenten und Plakaten. Insbesondere die unbefriedigende Toilettensituation, aber auch die diskriminierenden Einschränkungen beim Bahnservice wurden angeprangert.

Presseerklärung anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung behinderter Menschen, am 5. Mai 2010

WüSL – Selbstbestimmt Leben Würzburg e.V. erklärt:
Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die in Deutschland seit einem Jahr gültig ist, muss zügig umgesetzt werden, auch in Würzburg. Die Konvention stellt eine Herausforderung für alle staatlichen Ebenen sowie die ganze Gesellschaft dar. Das neue Ziel heißt nun Inklusion: Menschen mit Behinderung werden als Teil der Gesellschaft mittendrin angesehen. Nicht die Menschen passen sich allein der Gesellschaft an, sondern die Gesellschaft an die Menschen wie sie eben sind. Für WüSL-Vorstand Michael Gerr ist auch die Stadt Würzburg gefordert: „Die Stadt soll unter Beteiligung des Behindertenbeirats einen lokalen Aktionsplan zur Umsetzung der Rechte behinderter Menschen erstellen.“ Die Situation in Würzburg und Umgebung sei dadurch gekennzeichnet, dass sich seit den 60er/70er Jahren viele Einrichtungen für behinderte Menschen angesiedelt hätten: Sonderschulen, Werkstätten, Heime. Gerr: „Die Sondereinrichtungen müssen ihre aussondernden Ansätze von seiten der Inklusion kritisch befragen. Sonderschulen etwa müssen in ein Regelschulsystem für alle überführt werden. Aber auch die „nichtbehinderte Welt“ muss sich für Inklusion öffnen.“

Bei einer Mahnwache am Unteren Markt prangert WüSL anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai die täglichen Defizite und Diskriminierungen an. Auf Transparenten und Plakaten ist zu lesen: „UN Behindertenrechtskonvention umsetzen“, „Bahn fahren wann man will“, „Freie Arztwahl, barrierefreie Arztpraxen“, „Gleiches Recht für Alle. Schliesst alle Toiletten.“ oder „Toilettenmissbrauch bei Dean und David“. Nach Informationen von WüSL verweigerte das Restaurant am Unteren Markt behinderten Menschen in der Vergangenheit die Benutzung der vorhandenen Behindertentoilette und missbrauchte sie wiederholt als Lagerraum. Die Kennzeichnung an der Tür als Behindertentoilette ist mit einem Schild „privat“ überklebt. Auch in anderen Restaurants werden die eh noch zu wenigen Behindertentoiletten des öfteren mit Putzmitteln und sonstigem Kram vollgestellt. Des weiteren kritisiert WüSL, dass es in Würzburg bis auf eine Mädchenschule keine einzige barrierefreie Realschule gibt, aber auch die meisten Gymnasien nur mit Einschränkungen zu nutzen sind. Dies stehe im krassen Widerspruch zum Gedanken der Inklusion aller Menschen. Eine offene Diskriminierung ist es für den Verein, wenn ein wichtiger Bahnhof, wie es der Würzburger Bahnhof ist, behinderte Menschen außerhalb der Kernzeiten nicht beim ein- oder aussteigen hilft, weil die Bahn beim Personal spart.

Auch Positives sieht WüSL: Würzburg hat in den letzten Jahren einige Fortschritte gemacht, was die Barrierefreiheit anbelangt, wie auch viele andere Städte und Gemeinden, es bleibt jedoch noch viel zu tun. WüSL hatte schon lange die Einrichtung eines Behindertenbeirats gefordert, der 2008 eingerichtet wurde. WüSL bemängelt jedoch, dass der Arbeitskreis Barrierefreiheit nicht dem Behindertenbeirat zugeordnet wurde.

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